19.02.2019

Zahlen, Daten, Fakten: Für 93 Prozent bedeutet Reisen „draussen sein“

Camping und Caravaning legen langfristig zu

Was verbinden die Deutschen mit einer Urlaubsreise? „Draußen sein" lautet die Antwort gemäß einer aktuellen Umfrage der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR). So bezeichnen 28 Prozent der Befragten ihre Urlaubsreise als „Natururlaub" und 65 Prozent als „Strand- oder Badeurlaub". Beide Urlaubsarten sind mit einem hohen Grad an Outdoor-Aktivitäten verbunden. Insgesamt steigt die Reiselust weltweit. Kein Wunder also, dass sich bereits vier von fünf Deutschen mit ihrem Urlaub für 2019 befasst haben.

Wer verreisen möchte, muss die passenden Voraussetzungen haben. Daher ist es ein vielversprechendes Zeichen, dass 25 Prozent der Befragten laut der FUR-Umfrage in diesem Jahr eine bessere persönliche wirtschaftliche Situation erwarten. Die Urlaubslust ist mit 56 Prozent auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Die Aspekte Zeit und Geld bewerten 63 beziehungsweise 60 Prozent der Befragten sogar positiver als 2018. Im Jahr 2018 unternahmen die Deutschen in etwa 71 Millionen Urlaubsreisen und somit zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 75 Milliarden Euro wurden dafür drei Prozent mehr Geld ausgegeben. Die Zahl der Kurzurlaubsreisen von zwei bis vier Tagen Länge stieg um ein Prozent auf 92 Millionen.

Bei den Reisezielen ist für das Urlaubsjahr 2019 keine größere Veränderung zu erwarten. Destinationen in Deutschland bleiben mit 30 Prozent auf dem ersten Platz bei den Reisenden. Danach folgen Spanien, Italien, die Türkei und Österreich. Auch Kroatien und Griechenland werden stärker nachgefragt. Ein Trend zeichnet sich bei Urlaubsreisen nach Ägypten oder im Allgemeinen nach Nordafrika ab. Diese Ziele werden beliebter. Trotz der gleichbleibenden Rangliste der Urlaubsdestinationen suchen 43 Prozent aller Befragten die Abwechslung und wollen ein Ziel bereisen, an dem sie noch nicht gewesen sind.

Tourismus wächst in aller Welt

Das Jahr 2018 war für die internationale Reisebranche erneut ein Rekordjahr. Seit 2010 steigt die Zahl der Ankünfte von internationalen Gästen kontinuierlich und erreichte 2018 einen neuen Spitzenwert von knapp 1,4 Milliarden. Auffällig ist, dass die internationalen Touristenankünfte in allen Teilen der Welt einen Zuwachs verzeichnen: In Europa stieg ihre Zahl 2018 um sechs Prozent auf 713 Millionen. Die Region Asien und Pazifik legte ebenfalls um sechs Prozent auf 343 Millionen Touristen zu. Amerika verzeichnete einen Anstieg von drei Prozent auf 217 Millionen. In Afrika kamen mit 67 Millionen Touristen sieben Prozent mehr Reisende an als im Vorjahr. Das dynamischste Wachstum verzeichnete der Nahe Osten: 64 Millionen Touristen bedeuten einen Zuwachs von zehn Prozent.

Deutscher In-Coming-Tourismus erneut mit positivem Trend

Der In-Coming-Tourismus in Deutschland wuchs laut dem Statistischen Bundesamt in den ersten zehn Monaten des Jahres 2018 um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei den 417 Millionen Gästeübernachtungen lag der Anteil an ausländischen Gästen bei 18 Prozent. Die Steigerungsrate bei den ausländischen Besuchern lag damit bei fünf Prozent. Insgesamt rechnet das Statistische Bundesamt in der Gesamtauswertung des Jahres 2018 mit 478 Millionen Übernachtungen in Deutschland.

Interesse an Camping und Caravaning nimmt zu

Mit Wohnwagen oder Wohnmobil werden pro Jahr rund 3,4 Millionen Urlaubsreisen unternommen. Inklusive der Zelturlaube liegt die Zahl sogar bei 4,4 Millionen. An Kurzurlaubsreisen kommen im Camping-Bereich zudem noch einmal etwa fünf Millionen hinzu. Ungebrochen ist dabei ein steigendes Interesse an dieser Form des Urlaubs. So können sich zehn Prozent der Bevölkerung zukünftig eine Reise mit dem Wohnmobil und neun Prozent eine Reise mit dem Wohnwagen vorstellen. Im Jahr 2002 lagen diese Zahlen beide noch bei fünf Prozent.

Quellen: Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.; Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V.; Statistisches Bundesamt; World Tourism Organization (UNWTO).