20.02.2018

Statement von Andreas Jörn, Präsident Deutscher Camping-Club e.V., anlässlich der Eröffnungspressekonferenz zur Reise+Camping 2018

Herzlich willkommen zur diesjährigen Eröffnungspressekonferenz!

Meine Damen und Herren, Camping ist eine Urlaubsform, die auch im Jahr 2017 an Beliebtheit schwer zu überbieten war. Wie der Herstellerverband CIVD meldete, setzte die deutsche Caravaningbranche im vergangenen Kalenderjahr 10,3 Mrd. Euro um. Das ist ein Plus von 17,8%. 2017 ist damit bereits das vierte Jahr in Folge, das mit einem neuen Rekordwert endet.

Und auch für 2018 ist bereits jetzt Optimismus angebracht, es wird damit gerechnet, dass die Umsatzmarke von 11 Milliarden Euro übertroffen werden könnte. Ich meine, das ist ein durchaus begründeter Optimismus. Wir zeichnen in diesem Jahr nicht umsonst die Studie „Der Campingplatz- und Reisemobil-Tourismus als Wirtschaftsfaktor“ mit dem Deutschen Camping-Preis 2018 aus. Sie belegt, dass im Zeitraum 2016/2017 in der BRD 137,5 Millionen Übernachtungen bzw. Aufenthaltstage mit Reisemobil, Caravan oder Zelt getätigt wurden. Damit erzeugt allein die Urlaubsform im Bereich Wirtschaft einen Bruttoumsatz von 12,6 Mrd. Euro. Das addiert sich noch zu den hohen Umsätzen aus Verkäufen und Käufen der Fahrzeugbranche und zieht unbestreitbare Multiplikatoreffekte für den Tourismus nach sich.

Caravaning ist ein Motor für den Tourismus. Das funktioniert auf vielen Ebenen. Da gibt es zum einen die Summen, die aus den Verkäufen von Fahrzeugen entstehen und zum anderen das, was mit der mobilen Freizeit durch Urlaubsreisen und Ausgaben im Zielgebiet noch verdient. Die Studie, die wir zum Abschluss mit dem Deutschen Camping-Preis auszeichnen bringt es auf den Punkt: Touristikcamper, also diejenigen, die in den Urlaub reisen, geben pro Kopf und Tag knapp 50 Euro im Urlaub aus. Im Gegensatz dazu liegen die Ausgaben der Dauercamper, also derjenigen, die ihren Urlaub immer an derselben Stelle verbringen, bei knapp über 20 Euro pro Kopf und Tag. Und die dritte Gruppe, die Reisemobilisten, die außerhalb von Stell- und Campingplätzen übernachten, geben ebenfalls Geld aus. Ihre Ausgaben werden hier mit €44,60 pro Person und Tag angesetzt.

Messen, wie die Reise+Camping kommt ein hoher Stellenwert zu, wenn es um darum geht, die Endkunden rund um das Thema Urlaub zu informieren. Besucher finden in den Messehallen knapp zusammengefasst alles das, was zum Thema gehört. Und das ist auch 2018 wieder so. Hersteller stellen in den kommenden Tagen aus und zeigen, was die mobile Freizeit attraktiv macht. Sie zeigen, dass Camping eine ideale Alternative für die ganze Familie ist, wenn es darum geht, Urlaub gemeinsam zu genießen. Zu den Infos der Hersteller kommen Campingplätze, die sich als erstklassige Reiseziele anbieten und Tourismusverbände aus ganz Europa, die sich präsentieren. Beim Messebummel gibt es die Trends, Tendenzen und Tipps, wie man die schönsten Tage des Jahres am ehesten verbringt.

Der Fokus im Bereich Fahrzeugbau liegt 2018 nach Ansicht des DCC klar auf den Themen Bequemlichkeit, Technik und Leichtbau. Erfahrungsgemäß ist u.a. das breite Segment der Kastenwagen interessant für Camper. Diese Fahrzeuge haben einen hohen Nutzwert im Alltag. Beim Thema Bequemlichkeit denke ich vor allem an neue Sitzpolster oder herausfahrbare Liegenkombinationen. Bei der Technik lautet das Schlagwort u.a. Connecitivity. Das heißt, Geräte sind miteinander verbunden und Sie als Benutzer können jede Menge abfragen. Sie können z.B. per App rauskriegen, bis zu welchem Grad Ihre Gasflasche noch gefüllt ist, oder die Heizung von Unterwegs anschalten, damit die Unterkunft schon durchgewärmt ist, wenn Sie kommen. Und: Leichtbau bedeutet ein Plus bei der Zuladung. Extrem positiv hat sich das Jahr 2017 auch beim Segment der Caravans gezeigt. Es gab ja hier schon Jahre, in denen man darauf aufpassen musste, dass das Camping per Caravangespann nicht komplett totgesagt wurde. Nun, im vergangenen Jahr war das eindeutig nicht so, denn das Caravansegment wuchs zweistellig und erzielte mit einem Umsatz von 0,95 Mrd. Euro ein Plus von 10% gegenüber dem Vorjahr, wie die Zahlen des CIVD darlegen. Insgesamt wurden von Januar bis Dezember 2017 14,9% mehr Caravans zugelassen, als im ohnehin auch schon positiven Jahr 2016. In Zahlen ausgedrückt: 22.696 Einheiten.

Nun, Sie werden mich jetzt fragen, wie so etwas möglich ist: Camping trifft einen Trend, eine Sehnsucht, die moderne Menschen empfinden und einfach nicht mehr verleugnen wollen. Es geht zur Erholung einfach „raus in die Natur“, das stellen wir jährlich fest, wenn wir unseren DCC Campingführer Europa erstellen, das Internetportal www.3in1campen.de pflegen und die Preisträger der diesjährigen DCC Europa-Preise ermitteln. Erholung suchen immer mehr Bundesbürger als Ausgleich zum stressigen Alltag. Menschen möchten ihre Freiheit genießen und im Urlaub nicht durch Regeln gebremst und eingeschränkt werden, sondern ihre eigenen Regeln machen. Natürlich sollte dann auch ein gewisser Grad an Luxus dabei sein. Den bieten die eigenen Caravans und Reisemobile mit Regenduschen, Traumküchen, Federkernmatratzen und Satellitenschüssel. Und all das ist auch für diejenigen greifbar, die sich – noch – keine eigene rollende Ferienwohnung leisten möchten, denn man kann all das längst auch mieten, oder, ganz trendig, man nutzt Tauschbörsen, die es auf diesem Sektor auch gibt. Und dann sind da ja noch die Campingplätze. Die Zeiten, in denen man sich mit Dosenessen zufrieden geben musste, sind längst vorbei. Auf Campingplätzen gibt es Saunalandschaften, Restaurants, jede Menge Sportmöglichkeiten, einfach alles, was man sich heute für die persönliche Freizeitgestaltung vorstellt. Der Trend geht dahin, im Urlaub die Gelegenheit zu haben, aktiv zu sein und die berühmten „schönsten Tage des Jahres“ so zu verbringen, dass man sich seinen Tagesablauf selbst einteilt. Und – natürlich – möchte man diese Möglichkeit auch in den Alltag hinüberretten. Und wie wäre das besser möglich, als mit dem eigenen Caravan oder Reisemobil? Das parkt nämlich in der Nähe, ist blitzschnell fertig gepackt und auch am Wochenende für den Kurzurlaub bereit.

Verehrte Zuhörer, ich möchte Sie jetzt nicht mit Zahlen langweilen. Die finden Sie in den Unterlagen, die Ihnen vorliegen. Sie sind sämtliche zum vierten Jahr in Folge hervorragend und auch die Erwartungen für die neue Saison sind jetzt schon positiv: Camper sind, und bleiben, mobil. Sie lieben ihre Individualität und finden in den unzähligen Möglichkeiten, die ihnen ein Urlaub mit Caravan oder Reisemobil bietet, ebenso, wie auf den Camping- oder Stellplätzen, alles, was das Herz begehrt. Und die dafür notwendige Ausstattung, die gibt es, ebenso, wie das Wissen dafür, hier auf der Messe!

Ich weiß, wovon ich spreche, denn der Deutsche Camping-Club hat in jedem Jahr, wie bereits erwähnt, die angenehme Aufgabe, unsere DCC Europa-Preisträger-Campingplätze zu küren und auch den DCC Europa-Preis in Platin, unseren Platin-Award zu verleihen. Kommen Sie an unseren Messestand in Halle 11 und schauen Sie sich an, was Campingplätze heute alles bieten. Sie finden unsere Preisträger-Campingplätze hier auf der Messe. Und wenn Sie sich einen Überblick über das Angebot verschafft haben, dann werden Sie auch eine weitere Entwicklung nachvollziehen können: Camping wird als trendig, individuell und familienfreundlich wahrgenommen.

Nun, die Vorzeichen für 2018 stehen hervorragend. Camper fahren oft in Urlaub. Sie nutzen ihre mobilen Ferienwohnungen genauso aus, wie die Dauercamping-Plätze, was auch unser diesjähriger Träger des Deutschen Camping-Preises in seiner Studie belegt. Demnach konnten in Deutschland rund 250.000 Standplätze für Touristikcamper quantifiziert werden. Für Dauercamper gibt es etwa 260.000 Dauerstandplätze und rund 62.000 Standplätze für Reisemobilisten außerhalb von Campingplätzen. Selbstverständlich sind diese Plätze nicht immer gleich stark ausgelastet. Es hängt immer ein bisschen davon ab, zu welcher Zeit man verreist, wie man seinen Urlaub vorplant und in welche Region man fährt. Aber um das richtig zu planen gibt es ja nicht nur das Handwerkszeug eines Campers, wie der Print-Campingführer oder der Online-Portale, sondern auch den Messebesuch, zu dem man hier auf der Reise + Camping in den nächsten Tagen Gelegenheit hat. Meine Damen und Herren: Wir freuen uns aufs nächste Campingjahr und wir begrüßen den Beginn der Ferienplanung hier in Nordrhein-Westfalen, den diese traditionsreiche Messe darstellt.

Und ich bedanke mich jetzt bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!