14.02.2017

Reise + Camping 2017: Zahlen, Daten, Fakten - Die Urlaubslust der Deutschen steigt

Caravaning begeistert zunehmend jüngere Kunden

Die Urlaubslust unter den Deutschen nimmt zu – das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. Demnach stieg der erhobene Wert von 53 Prozent im Vorjahr auf 56 Prozent. 57 Prozent der Befragten verfügen dabei über ausreichende finanzielle Mittel für eine Reise, 61 Prozent haben ausreichend Zeit. Mit dem Gedanken an den nächsten Urlaub haben sich bereits vier von fünf Deutschen – 79 Prozent – beschäftigt. Im Jahr 2016 unternahmen die Deutschen rund 69 Millionen Urlaubsreisen, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht. Die Kurzurlaubsreisen nahmen hingegen um vier Prozent auf 88 Millionen zu.

Trotz Terror und politischer Unsicherheiten bleibt die Freude am Reisen ungebrochen. Und auch wenn es insgesamt zu einer Verschiebung der Tourismusströme innerhalb Europas kommt, blieben Länder wie die Türkei und Ägypten bedeutende Reiseziele für die Deutschen. Auch im Jahr 2017 bleiben sich die deutschen Urlauber in der Wahl ihrer Destinationen treu. Zwar wollen 41 Prozent zu einem Ziel aufbrechen, an dem sie noch nicht gewesen sind (Vorjahr: 42 Prozent), die beliebtesten Destinationen bleiben aber dennoch gleich: Mit 30 Prozent liegt der Urlaub im eigenen Land an erster Stelle, danach folgen die Ziele Spanien, Italien, Österreich und die Türkei. Im Mittelmeer-Tourismus ist dabei im Jahr 2017 eine Verlagerung zu westlich gelegenen Zielen zu erwarten. Die Art der Urlaubsreise wollen lediglich 14 Prozent wechseln. 23 Prozent der Deutschen wollen insgesamt im Jahr 2017 mehr reisen, 28 Prozent wollen dafür auch mehr Geld ausgeben.

Weltweiter Tourismus weiter auf Wachstumskurs

Weltweit betrachtet ist der Tourismus auch 2016 eine Wachstumsbranche geblieben. Die Zahl der internationalen Ankünfte nahm um etwa vier Prozent zu. Die Gesamtzahl der Ankünfte wird demnach für das Jahr 2016 voraussichtlich deutlich über 1,2 Milliarden liegen. Damit konnte die Tourismusbranche nach der internationalen Finanzkrise des Jahres 2009 zum siebten Mal in Folge zulegen. Mit acht Prozent verzeichnete die Region Asien und Pazifik den dynamischsten Zuwachs. In Amerika stieg die Zahl der Ankünfte um vier Prozent und in Europa um zwei Prozent. Die Zahl der internationalen Ankünfte ist in Europa mit 620 Millionen in absoluten Zahlen allerdings nach wie vor am höchsten. Afrika und der Mittlere Osten büßten bei der Zahl der Ankünfte ein. In Afrika lag der Rückgang bei acht Prozent, im Mittleren Osten bei vier Prozent.

Eine Million zusätzliche Übernachtungen in Deutschland

In Deutschland verzeichnete vor allem der In-Coming-Tourismus einen deutlichen Zuwachs. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2016 stieg die Zahl der Übernachtungen internationaler Gäste auf 75,2 Millionen. Das entspricht einer Zunahme von einer Million Übernachtungen und einem Plus von 1,4 Prozent. Den größten Marktanteil der ausländischen Gäste haben Reisende aus Europa mit 73,6 Prozent. Insgesamt stieg die Zahl der Ankünfte in Deutschland bis September 2016 um 2,8 Prozent und die Zahl der Übernachtungen um 2,5 Prozent. Dabei lag das Plus bei deutschen Gästen bei den Ankünften bei 3,2 Prozent und bei Übernachtungen bei 2,8 Prozent.

Caravaning-Kunden werden jünger

Das Caravaning Segment blieb im Jahr 2016 mit einem Marktanteil von rund vier Prozent stabil. Das entspricht rund drei Millionen Urlaubsreisen mit Wohnwagen oder Wohnmobil und etwa vier Millionen Kurzurlaubsreisen. Das Durchschnittsalter von Caravaning-Touristen ist dabei im Zeitraum von 2005 bis 2015 leicht gesunken. Interesse an einer Reise mit dem Wohnmobil haben für die Zukunft elf Prozent der deutschen Bevölkerung, für einen Wohnwagenurlaub interessieren sich acht Prozent.

Quellen: Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.; Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V.; Statistisches Bundesamt; World Tourism Organization (UNWTO).